Fishipedia » Über das Meeresangeln » Meeresangeln in Polen
Meeresangeln hat sich in Polen Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts als Hobby durchgesetzt. Zur Popularisierung dieser Freizeitbeschäftigung haben einerseits die Fanglimits für Dörsche, und andererseits der wachsende Lebensstandard der Bevölkerung beigetragen. Heute ist Meeresangeln in Polen eine sehr beliebte Sportart.
Die Anfänge
Ende der 80er Jahre beschloss der Meeresangelclub aus Kołobrzeg, zwei Fischerboote für den Angelsport zu nutzen. Das Vorhaben scheiterte letztendlich an den hohen Unterhaltungskosten und die Kutter mussten verkauft werden. Dieser Moment markierte jedoch den Beginn einer Sportart, die in Polen innerhalb von knapp mehr als 10 Jahren derart beliebt wurde, dass unzählige Hobbyangler aus dem In- uns Ausland die Küstenortschaften aufsuchen, um einen Großfisch zu fangen.
Weitere Entwicklung
Eine intensivere Entwicklung des Meeresangelsports, zunächst in Łeba und Kołobrzeg, entfällt auf die frühen 90er Jahre. Die von den Fischern kritisierten Fanglimits für Dörsche führten zu vermehrten Investitionen in die Sportfischerei. Erst jedoch Mitte der 90er Jahre, als der allgemeine Lebensstandard allmählich besser wurde, machte sich ein schnell wachsendes Interesse an dieser Sportart bemerkbar.
Angelsport heute
Es wird geschätzt, dass sich das Meeresangeln derzeit hauptsächlich um die Häfen Łeba, Darłowo, Władysławowo, Kołobrzeg und Ustka konzentriert. Allein in diesen Häfen schätzt man die jährliche Zahl der Angler auf ca. 80.000, und die Zahl der Angelfahrten - auf über 7.000. Diese statistischen Angaben stammen aus dem Jahr 2006 und man darf davon ausgehen, dass die Zahlen inzwischen gestiegen sind. Die Menge des auf diese Weise gefangenen Dorsches bildet ca. 1% aller Fischfänge.
Ein für den Angelsport umgebauter Marinekutter
Von wo aus angelt man?
Derzeit angelt man in Polen von Booten aus, mit denen kommerzieller Fischfang und Sportfischerei betrieben werden, Booten, die bisher nicht als Fischerboote genutzt wurden, und von Kuttern, die ursprünglich dem kommerziellen Fischfang dienen sollten, heute jedoch ausschließlich für Sportfischerei und andere touristische Zwecke (Personenbeförderung, Tauchsport) eingesetzt werden. Die Popularisierung der letzteren ergibt sich unter anderem aus den rigorosen Fanglimits, die den polnischen Fischern nach dem Beitritt zur EU auferlegt worden sind.
Was kann man angeln?
Von einem Boot aus kann man im Meer den Hering, Hornhecht, Seeskorpion, Plattfisch und Sandspierling fangen. Diese Fischarten kommen jedoch relativ vereinzelt vor - gewöhnlich ist 100% der Ausbeute der Dorsch.
Gesetzliche Regelungen
Der Angelsport wird durch die Verordnung des Ministers für Landwirtschaft und Dorfentwicklung über die Verfahren und Bedingungen des Sport- und Hobbyfischfangs und über die Muster der Angelsportlizenzen vom 9. Juli 2004 geregelt.
Fanglimits
Für natürliche Personen gelten in Polen folgende Fanglimits: Lachs und Meerforelle – insgesamt 2 Stück, Regenbogenforelle, Zander und Hecht – insgesamt 3 Stück, Aal und Schleie – insgesamt 5 Stück, Brachse - 10 Stück, Dorsch - 7 Stück, Hering - 10 kg, andere Arten – insgesamt 5 kg.
Erforderliche Lizenzen
Um in den polnischen Seegewässern legal angeln zu können, muss man eine Lizenz für den Angelsport kaufen. Eine solche Lizenz ist in den Regionalen Aufsichtsbehörden für Seefischerei erhältlich. Bei Angelfahrten, die von professionellen Dienstleistern organisiert werden, braucht der Angler keine Lizenz, da die entsprechenden Gebühren durch den Bootsbesitzer beglichen werden. Der Besitz eines Angelscheins ist nicht erforderlich.
Zulässige Fangmethoden
Das Meeresangeln ist in Polen vom Ufer, Eis und Boot aus erlaubt. Man darf nicht mehr als zwei Angelruten auf einmal - und beim Spinnfischen nur eine - verwenden. Es ist verboten, künstliches Licht zum Anlocken und Orten der Fische zu verwenden, des Weiteren sind Fangmethoden, die die Fische verletzen, und das Angeln im Umkreis von 100 Metern von Badeplätzen untersagt. Das Bootsangeln ist nicht eher als eine Stunde vor Sonnenaufgang und nicht später als eine Stunde nach Sonnenuntergang erlaubt, und zwar nur außerhalb von Wasserbahnen und nicht näher als 100 Meter von den im Wasser belassenen Fanggeräten.
Siehe auch
Über das Meeresangeln
Meeresangeln ist eine Sportart, die gegenwärtig ihre Blütezeit erlebt. Das Hobby bietet nicht nur eine einmalige Gelegenheit für den Kontakt mit der Natur, sondern liefert auch viel stärkere Emotionen als das Süßwasserangeln.
Meeresangeln in Norwegen
Norwegen ist ein wahres Paradies für Meeresangler. Riesige Angelreviere, abwechslungsreiche Landschaften und die Verschiedenheit der hiesigen Fischarten locken in dieses Land zu einem Angelurlaub auf See.





